Wohlfühlen
in der Therapie

Was wir in der Praxis beosana darunter verstehen

Liebe Patienten der Praxis beosana

Wir möchten, dass Sie sich in Ihrer Therapie wohlfühlen. Dazu gehört nicht nur eine angenehme Atmosphäre der Praxisräumlichkeiten, sondern auch das Zwischenmenschliche.
Wie wir Ihre Therapie bestmöglich gestalten wollen? Das erklären wir Ihnen im folgenden Beitrag.

Im Vorfeld

Selbstverständlich versuchen wir bereits bei unserer Suche nach einer passenden Therapeut*in alle Kriterien und auch Ihre Wünsche zu berücksichtigen.

Die Sitzungen starten mit 4-5 Kennenlernterminen. Während dieser Zeit werden wir die Anliegen, Ihre Ziele, aber auch Diagnostisches weiter klären. Sollte es wider Erwarten nicht passen, gibt es zumeist die Möglichkeit, eines Therapeuten-Wechsels. Und zwar entweder praxisintern oder gegebenenfalls auch ausserhalb unserer Praxis beosana.

Die Therapie ist eine Situation, bei der Sie sich wohl und geschützt fühlen sollen. Dies ist unser erstes Anliegen
— beosana

Während der Therapie

Eine Therapie ist eine Situation, bei der Sie sich wohl und geschützt fühlen sollen. In Ausnahmefällen ist dieser Idealzustand nicht gegeben, beispielsweise, wenn Sie das Gefühl haben, ein gewisses Thema nicht ansprechen zu können.
Aber auch, wenn Sie den Eindruck haben, dass sich zwischen Ihnen und Ihrer Therapeut*in Gefühle entwickeln oder Ihnen Ihre Therapeut*in emotional oder physisch zu Nahe kommt.


Der Wunsch nach Freundschaft mit der Therapeut*in oder auch Begehren nach mehr, können in einer Therapiesituation durchaus entstehen, die Gründe dafür sind vielfältig. Oftmals ist es das, nicht seltene, Phänomen der “Übertragung/Gegenübertragung”. Diese Empfindungen sollten aber nicht mit echten Gefühlen, Freundschaft oder gar Liebe verwechselt werden. Es gilt für Therapeut*in, wie auch Patient*in, die Signale wahrzunehmen und in den therapeutischen Kontext einzuordnen.


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Sowohl Sie als Klient*in, als auch Ihre Therapeut*in haben Grenzen, welche respektiert und eingehalten werden sollten. Kann dies nicht gewährleistet werden, sind wir für Sie da.

Sollten Sie sich, unabhängig von den exakten Gründen, in Ihrer Therapie unwohl fühlen, bitten wir Sie um Kontaktaufnahme mit unserer Praxisleitung. Diese ist geschult, solche Situationen diskret und vertrauensvoll zu lösen. Wir sichern Ihnen zu, die betroffene Therapeut*in nicht obligatorisch mit einzubeziehen, sondern das Vorgehen persönlich mit Ihnen abzusprechen.

Sicherheit in der Therapie hat verschiedene Ebenen. In einer psychiatrischen Praxis zeigt sie sich nicht nur darin, dass Gespräche vertraulich sind, sondern auch darin, wie klar der Ablauf gestaltet ist, wie sorgfältig Entscheidungen gemeinsam getroffen werden und wie verantwortungsvoll die therapeutische Beziehung geführt wird. Wir arbeiten deshalb mit einem strukturierten Vorgehen, das Halt gibt und gleichzeitig Raum lässt für das, was individuell wichtig ist.

1) Therapieziele und gemeinsamer Rahmen

Am Anfang steht eine präzise Zieldefinition. Viele Menschen kommen mit einem diffusen Druck, einem Symptom, einer Krise oder der Ahnung, dass es so nicht weitergehen kann. Daraus machen wir gemeinsam ein Arbeitsziel, das alltagstauglich ist und überprüfbar wird.

Dabei geht es um einen offenen Austausch: Welche Ziele haben Patienten und was ist aus therapeutischer Sicht realistisch und sinnvoll? Dieser Realitätsabgleich ist kein Bremsen, sondern ein Schutz. Er schafft Verbindlichkeit, Orientierung und ein gemeinsames Verständnis, woran wir arbeiten. Daraus entsteht ein klarer Rahmen, den wir als Therapievertrag formulieren: Was ist das Ziel, was sind die nächsten Schritte, und woran merken wir, dass sich etwas verändert hat.

2) Therapieablauf: Standards, Sorgfalt und Notfallfähigkeit

Sicherheit bedeutet auch, dass Diagnostik, Therapie und Medikation nach fachlichen Standards erfolgen. Wir orientieren uns an etablierten Guidelines und arbeiten mit einem Vorgehen, das nachvollziehbar und überprüfbar ist.

Dazu gehört ebenfalls, dass wir auf Extremsituationen vorbereitet sind. Wenn beispielsweise Suizidalität auftritt oder ein deutlicher Funktionsverlust im Alltag entsteht, braucht es klare Absprachen und ein verantwortungsvolles Vorgehen. Wir nehmen solche Situationen ernst, handeln sorgfältig und sprechen frühzeitig über konkrete Schritte für den Notfall.

3) Therapiebeziehung: Die menschliche Ebene der Sicherheit

Der wichtigste Wirkfaktor in Psychotherapie und Psychiatrie ist die Arbeitsbeziehung zwischen Patient*in und Therapeut*in. Deshalb ist die menschliche Ebene kein Nebenthema, sondern zentral.

Sicherheit entsteht hier durch Sorgfalt, Respekt und Verantwortung. Die Chemie sollte stimmen, und zwar beidseitig. Wenn das Vertrauen nicht vorbehaltlos wachsen kann, ist ein Wechsel nicht ein Scheitern, sondern eine sinnvolle Entscheidung. Wir unterstützen diesen Schritt, wenn er notwendig ist. Eine Therapie soll nie in eine Dynamik geraten, in der sich jemand schlecht behandelt oder übervorteilt fühlt. Verantwortung heisst auch, Grenzen klar zu halten und die Zusammenarbeit transparent zu gestalten.

4) Therapieabschluss: Ein Ende, das trägt

Ein sorgfältiger Abschluss ist Teil der Therapie, nicht der Schlusspunkt im letzten Moment. Das Ende ist während des gesamten therapeutischen Prozesses ein Thema: Wir besprechen frühzeitig das Zeitbudget und achten uns auf Entwicklungen und Überraschungen.

Gemeinsam erarbeiten wir Frühwarnzeichen und Notfallpläne, damit Patienten auch nach Therapieende Orientierung haben, falls es wieder instabil werden sollte. Wenn eine Therapie länger als fünf Sitzungen dauert, fassen wir die Behandlung zusammen und stellen der Hausärzt*in einen Verlaufsbericht zu. So bleibt der medizinische Anteil der Behandlung gut abgestützt und die Versorgungskette wird gestärkt und gepflegt.